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Klinische Hypnose

Klinische Hypnose ist Hypnose im Einsatz zu medizinischen / therapeutischen Zwecken.

Es handelt sich hier um eine Begrifflichkeit, die häufig bei Laien wie auch bei Hypnotiseuren zu Missverständnissen führt
Der Begriff "Klinische Hypnose" sagt nur aus, dass Hypnose zu medizinischen bzw. therapeutischen Zwecken, d.h. zur Behandlung von Störungen mit "Krankheitswert" eingesetzt wird.

Entgegen des häufig bei nicht näher mit der Thematik vertrauten Personen vorkommenden ersten Eindrucks, klinische Hypnose habe etwas mit "Krankenhaus" zu tun (wg. "Klinik) und sei deshalb eine Hypnoseform, die aus Kliniken stamme und damit ein besonders professionelles therapeutisches Niveau böte, ist der Begriff ansich relativ aussagefrei in Bezug auf die verwendeten Hypnosetechniken oder die therapeutischen Hintergründe.

Logischerweise wird in Kliniken klinische Hypnose angewandt (denn dort wird ja zu Heilungszwecken hypnotisiert), aber die Begrifflichkeiten sind nicht voneinander abhängig.





Fallbeispiel für klinische Hypnose

Ein Fallbeispiel zur Unterscheidung von "regulärer Hypnose" und klinischer Hypnose.

Wenn ein Hypnotiseur einem Klienten eine Tiefenentspannungssitzung zu Wellnesszwecken gibt, dann handelt es sich dabei im ersten Schritt um eine ganz normale nichtmedizinische Hypnose.

Gibt er dem Klienten aber exakt die selbe Tiefenentspannungssitzung mit dem Ziel, den Bluthochdruck (Hypertonie) des Klienten zu behandeln, ist diese Sitzung automatisch aufgrund ihrer medizinischen / therapeutischen Absicht als klinische Hypnose einzustufen.

Die Absicht bzw. das Ziel der Hypnosesitzung / -therapie ist also entscheidend für die Bezeichnung der Hypnose als solche.





Ausbildung klinische Hypnose

In einer Ausbildung für klinische Hypnose erlernt der Teilnehmer Hypnosetechniken, die für medizinische bzw. psychotherapeutische Anwendungszwecke geeignet sind. TherMedius ® bietet hierfür eine ganze Reihe von Modulen wie bspw. Schmerztherapie, Ängste und Phobien, Traumatherapie, Sexualtherapie, aber auch die Kompaktausbildung Medizinische Hypnose. Alle diese Fortbildungen sind in den Bereich klinische Hypnose einzuordnen und können vom Anwender im Anschluss als klinische Hypnose beworben werden (entsprechende medizinische / therapeutische Befugnisse vorausgesetzt).





Klinische Hypnose als Hinweis auf Lehrarten

Für Verwechslungen und Fehlinterpretationen in Bezug auf die Bezeichnung klinische Hypnose sorgt immer wieder die Bezeichnung der Vorgehensweisen des bekannten, 1980 verstorbenen Hypnosetherapeuten Milton Erickson als klinische Hypnotherapie nach Erickson.

Viele Laien gehen deshalb davon aus, dass die Bezeichnung klinische Hypnose, aber auch klinische Hypnotherapie sich automatisch auf die Techniken und Lehren Milton Ericksons bezieht. Dies trifft teilweise auch zu, ist aber nicht aus der Begrifflichkeit allein herauszudeuten.

Viele moderne Hypnose-Ausbildungsinstitut (TherMedius ® eingeschlossen) beziehen sich nicht mehr ausschließlich auf die Lehren Milton Erickson´s, da sich die Hypnose in den 30 Jahren seit seinem Tod im Jahr 1980 in vielen Punkten entschieden weiterentwickelt hat und die Hypnose-Forschung mit Hilfe moderner Messtechniken wie EEG, FMRT oder PET-Scan eine Vielzahl neuer hypnotischer Vorgehensweisen hervorgeracht hat, die Milton Erickson aus Mangel an technischen Möglichkeiten zu seinen Schaffenszeiten noch gar nicht bekannt sein konnten. Selbstverständlich fließen viele seiner therapeutischen Gedanken auch heute noch in die klinische Hypnose ein, es wäre aber fahrlässig, sich als moderner Therapeut ausschließlich auf vor 1980 entwickelte Verfahren zu stützen und modernere Entwicklungen zu ignorieren.





9. Hypnose-Lexikon



Hypnotisierbarkeit
Wachhypnose