Anamnesebogen / Erfassungsbogen

Anamnesebogen / Erfassungsbogen für die Hypnose

Da wir schon vielfach um einen Musteranamnesebogen gebeten wurden, den man bei Hypnosesitzungen verwenden kann, haben wir hier einen praxistauglichen Hypnose-Anamnesebogen zum kostenlosen Download bereitgestellt.

Dieser Anamnesebogen ist vom Benutzer natürlich frei nach persönlichem Belieben veränder- bzw. erweiterbar.
Der vorliegende Bogen enthält alle typischen Fragen, die bei einer Erstanamnese bzw. Ersterfassung eines Klienten für eine Hypnosebehandlung erfragt werden sollten.

Bitte beachten Sie auch die unten stehenden Anmerkungen zum Anamnesebogen.

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Anmerkungen zum Anamnesebogen

Im Folgenden finden Sie noch einige Anmerkungen zur Verwendung des Anamnese- bzw. Erfassungsbogens.

Bitte beachten Sie: Seit dem 12.01.2013 ist eine neue, deutlich erweiterte Version des Anamnesebogens hier verknüpft, die noch weitere Fragen als die im Folgenden erläuterten enthält. Die Erkäuterungen zu den hinzu gekommen Fragen werden gerade erstellt und sind voraussichtlich in den kommenden 1-2 Tagen verfügbar. Die Fragen sind aber ohnehin weitestgehend selbsterklärend, sodass die meisten Anwender ihren Sinn in der Zwischenzeit auch so nachvollziehen können.

  • Name und Vorname: Hier können Sie Name und Vorname Ihres Klienten eintragen.
  • Adresse: Hier können Sie die Adresse des Klienten Erfassen
  • Geburtsdatum: Das Geburtsdatum gehört ebenfalls zu den Stammdaten
  • Grund des Besuchs: Hier können Sie notieren, weshalb der Klient zu Ihnen gekommen ist und was er sich von einer Hypnosebehandlung wünscht
  • Hauptziel der Hypnosebehandlung: Es ist hilftreich, ein Hauptziel zu definieren und dieses schriftlich festzuhalten. Viele Klienten kommen auch mit Nebenzielen. So könnte es sein, dass ein Klient, der seine Flugangst behandeln lassen möchte auch gern noch ein paar Pfund abnehmen möchte oder sich allgemein ein bißchen mehr Entspanntheit im Alltag wünscht. Es ist aber empfehlenswert, sich zu beginn einer Behandlung erst einmal auf ein Ziel zu einigen, dieses konsequent zu verfolgen und erst im Anschluss weitere Nebenziele anzugehen. Manche Klienten kommen mit einem regelrechten Wunschzettel. Durch die Definition eines Hauptzieles können Sie die Wünsche des Klienten leichter sortieren und ihre Vorgehensweise besser darauf abstimmen.
  • Seit wann besteht das Problem? Für die Planung einer Therapie ist es immer sinnvoll zu wissen ob es sich um ein schon älteres Problem handelt oder ob das Problem erst in letzter Zeit aufgetreten ist. Grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass schon länger bestehende Probleme einen durchschnittlich höheren Behandlungsaufwand verlangen als ganz neue Probleme.
  • Wie äußert es sich genau? Es ist sinnvoll, dass der Klient sein Problem so genau wie möglich beschreibt. Der Begriff "Flugangst" ist bspw. noch relativ vage. Flugangst kann sich in Form von Schlafstörungen im Vorfeld äußern, Panikattacken beim Gedanken ans Fliegen, Magenprobleme in der Luft, Alpträume... Je genauer der Klient sein Problem beschreibt, desto besser kann sich der Therapeut ein Bild davon machen und desto genauer kann er eine therapeutische Vorgehensweise darauf abstimmen.
  • Gibt es Faktoren, die das Problem verstärken oder lindern (Stress, Entspannung oder bestimmte Ereignisse)? Falls bestimmte Faktoren vorhanden sind, die das Problem verstärken oder lindern, lohnt es sich, besonders auf diese einzugehen. Diese Frage kann dem Therapeuten wertvolle Hinweise auf mögliche Handlungsoptionen geben.
  • Bestehen noch andere aktuelle gesundheitliche oder emotionale Probleme? Diese Frage hilft dem Therapeuten abzugrenzen ob das Problem wegen dem der Klient sich an ihn wendet ein eigenständiges Thema ist oder ob es Teil eines Gesamtzusammenhangs ist. Diese Frage ist wichtig, da Klienten häufig dazu neigen, sich nur wegen eines von mehreren Symptomen in Behandlung begeben zu wollen. So kommt es bspw. nicht selten vor, dass ein Klient, der an einer generalisierten Angststörung mit vielen unterschiedlichen Ängsten und Phobien leidet sich in Behandlung begeben möchte, um eine einzelne Angst oder Phobie, die ihm besonders zu schaffen mach behandeln zu lassen. Dies ist in den meisten Fällen nicht möglich, da sich bei einer umfassenden Erkrankung nicht einfach einzelne Symptome "ausknipsen" lassen. Durch die Frage nach anderen gesundheitlichen oder emotionalen Problemen kann der Therapeut sicherstellen, dass der Behandlungswunsch des Klienten in dieser Form überhaupt möglich ist.
  • Werden zur Zeit irgendwelche Medikamente eingenommen? Diese Frage ist sehr wichtig, da einerseits Klienten oftmals von sich sagen, sie seien gesund obwohl sie verschiedene Medikamente einnehmen (der Grund ist: In dem Moment, in dem die Medikamente die Beschwerden lindern fühlen sich viele Klienten wieder gesund und "vergessen" die Erkrankungen aufgrund derer sie die Medikamente verordnet bekommen haben), andererseits können Medikamente auch Aussagen über mögliche Kontraindikationen ermöglichen. Nimmt der Klient bspw. Schmerzmittel, Schlafmittel oder Psychopharmaka oder andere Medikamente, die auf kontraindizierte Erkrankungen hinweisen ein, muss der Therapeut prüfen ob eine Anwendung von Hypnose sinnvoll und verantwortbar ist.
  • Wurde schon einmal eine Psychotherapie besucht? Wenn ja, weshalb? Diese Frage ist sehr wichtig, denn sie kann Auskunft über eventuelle psychische Vorerkrankungen des Klienten geben. Diese Frage sollte bei jedem Klienten gestellt werden - auch wenn der Klient nur eine scheinbar "lapidare" Anwendung wie die Raucherentwöhnung wünscht, die viele Laien (und auch manche Therapeuten) garnicht dem psychotherapeutischen Sektor zurechnen.
  • Sind ähnliche Probleme aus der Familie bekannt? Existieren psychische Erkrankungen in der Familie? Dies sind eigentlich zwei Fragen in einer. Aber auch sie sind sehr wichtig, denn sie helfen dem Therapeuten dabei, abzugrenzen ob es sich um ein erblich bedingtes oder ein systemisches Problem handeln könnte.
  • Wurden Sie schon einmal hypnotisiert? Wenn ja, wie war das, wie ist der Kollege vorgegangen? Wenn der Klient schon einmal hypnotisiert wurde und diese Hypnose ihm gefallen hat bzw. die gewünschte Wirkung erzielt hat, kann es sinnvoll sein, mit Vorgehensweisen zu arbeiten, die er schon kennt und in die er vertrauen hat.
  • Wie stellen Sie sich eine Hypnosesitzung vor? Diese Frage hilft dabei, die Erwartungshaltung des Klienten zu klären und ihn gegebenenfalls über den tatsächlichen Verlauf einer Sitzung aufzuklären oder den Verlauf der Sitzung an seine Vorstellungswelt anzupassen. Durch vorheriges klären dieser Frage kann der Therapeut verhindern, dass der Klient mit einer Haltung wie "Ich hab mir das alles ja eigentlich ganz anders vorgestellt" verlässt. Andererseits kann der Therapeut gegebenenfalls bestimmte Techniken der Hypnose integrieren, die sich der Klient wünscht oder die er für notwendig hält, damit eine Hypnose wirklich wirksam sein kann. Jeder Hypnotiseur und Hypnosetherapeut weiß, wie sehr das Bild der Klienten von der Hypnose durch Klischees, Hypnose-Shows und das Fernsehen beeinflusst sein kann. Es wäre nachlässig, nicht auf die Erwartungshaltung der Klienten einzugehen und damit eine unerwartete Enttäuschung zu riskieren. Klienten können häufig sehr gut damit umgehen, wenn ein Therapeut sie darüber aufklärt, dass die therapeutische Hypnose anders abläuft als eine Show-Hypnose und dass in der Therapie teilweise vollkommen andere Hypnosetechniken eingesetzt werden, weil nur diese für bestimmte Probleme eine Wirkung versprechen. Wenn sie allerdings nicht darüber aufgeklärt werden, kann ihnen auch keiner verdenken, wenn sie ein wenig enttäuscht sind und vielleicht sogar vermuten, dass das keine "richtige" Hypnose war.
  • Sonstige Anmerkungen: Hier kann der Therapeut alles vermerken, was er ansonsten noch für relevant hält. Hier können auch Nebenziele eingetragen werden oder bestimmte Vereinbarungen, die mit dem Klienten getroffen werden.
  • Unterschriften: Es ist in jedem Fall sinnvoll, einen Anamnese- bzw. Erfassungsbogen vom Klienten unterzeichnen zu lassen, um sicherzustellen, dass alle Angaben auch tatsächlich besprochen wurden. Dies verschafft dem Therapeuten eine gewisse Rechtssicherheit für eventuelle spätere Nachfragen. Schon oft kam es zu "False-Memory"-Effekten wie "Der Therapeut hat aber gesagt, es wäre kein Problem, dass ich die Psychopharmaka einnehme" obwohl dieses Thema nie besprochen wurde oder Klienten beschwerten sich mit Sätzen wie "Meine Rückenschmerzen sind kein bißchen besser" obwohl das vereinbarte Ziel der Behandlung eine Gewichtsreduktion war. Jeder Mensch lebt in seiner eigenen Gedankenwelt und oft werden Dinge überhört, die nicht ins eigene Konzept passen. Mit einem unterschriebenen Anamnese- bzw. Erfassungsbogen können Sie jederzeit nachweisen, was tatsächlich die Inhalte Ihrer Gespräche mit Ihren Klienten waren. Die Unterschrift des Therapeuten auf dem Bogen ist vielleicht nicht unbedingt nötig, wir haben das Unterschriftsfeld aber dennoch integriert, um dem Klienten nicht das Gefühl zu geben, er sei der einzige, der sich hier an die Korrektheit der Aussagen halten muss. Es ist eine Verbesserung für die Grundathmosphäre, wenn der Therapeut den Bogen zuerst unterschreibt und damit signalisiert, dass alles in Ordnung ist.

Aufbewahrung der Anamnesebögen

Selbstverständlich ist es ratsam, alle Anamnesebögen aufzubewahren und zu archivieren. Bei weiteren Sitzungen können Sie Ihre handschriftlichen Notizen einfach dem jeweiligen Anamnesebogen zuordnen und erhalten damit eine korrekte Klientenakte mit dem Anamnesebogen als grundlegendes Deckblatt. Somit können Sie auch jederzeit wieder darauf zurückgreifen, wenn der Klient Sie zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal besucht, um bspw. die Behandlung aufzufrischen oder ein neues Thema anzugehen.

Anmerkung für Nichtmediziner

Wenn ein Hypnotiseur ohne Heilerlaubnis arbeitet, ist es sinnvoll, einen Anhang beizufügen, der etwa folgenden Wortlaut enthält:

"Hiermit nehme ich zur Kenntnis, dass Herr / Frau ..... (der Behandler) die Hypnose auf rein nichtmedizinischer Basis anbietet und keinerlei Krankheiten diagnostiziert oder behandelt. Für die Behandlung von Krankheiten sollte unbedingt ein Arzt oder Heilpraktiker aufgesucht werden."

Diese Worte können Sie entweder handschriftlich in der Kategorie "Sonstiges" einfügen oder in einem selbst gestalteten Erfassungsbogen ergänzen.

Bitte beachten Sie, dass Sie eine solche Formulierung nicht vom Verbot entbindet, Heilbehandlungen ohne Heilerlaubnis durchzuführen. Einige Hypnotiseure sahen in der Vergangenheit in solchen Formulierungen schon einen Ausweg im Sinne von "Ich hab ihm ja gesagt, dass ich kein Mediziner bin, aber er wollte die Behandlung trotzdem...". Selbst wenn sich ein Klient schriftlich einverstanden erklären würde, dass Sie ihn medizinische behandeln, dürfen Sie das nicht, so lange Sie über keine entsprechende Heilerlaubnis verfügen. Sie können sich also nicht eine solche Formulierung abzeichnen lassen und danach einfach trotzdem ein medizinisches Problem behandeln!

Eine solche Formulierung hilft lediglich dabei, Missverständnisse zu vermeiden und den Nachweis zu erbringen, dass Sie den Klienten nicht im Unklaren darüber gelassen haben, dass Sie kein Heilbehandler sind.

Weitere Druckstücke zum kombinierten Einsatz

Auf dieser Website finden Sie noch weitere Druckstücke, die Sie in Kombination mit diesem Anamnesebogen einsetzen können wie bspw. den Aufklärungsbogen für Hypnose-Neuklienten , den Fragebogen für die Gewichtsreduktion mit Hypnose oder den Fragebogen für die Raucherentwöhnung mit Hypnose.

Ein geschickter Einsatz dieser Druckstücke wird Ihnen die Arbeit in der Praxis immens erleichtern und wird sich gleichzeitig positiv auf Ihre Behandlungsergebnisse auswirken - denn je besser Sie über einen Klienten und seine individuelle Situation informiert sind, desto besser können Sie auf sein Bedürfnisse eingehen und eine hypnotische / hypnotherapeutische Vorgehensweise entwickelt, die tatsächlich alle für das Erreichen eines Behandlungserfolges relevanten Faktoren mit einbezieht.

Zusätzlich ist mit einem gut informierten Klienten (in Bezug auf den Aufklärungsbogen) natürlich eine wesentlich bessere Zusammenarbeit möglich, da das Risiko typischer Fehleinschätzungen und falscher Erwartungen drastisch gemindert wird und der Klient weiß, was er selbst für eine erfolgreiche Behandlung tun kann bzw. vermeiden sollte.

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