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Sensomotorischer Kortex

Der sensomotorische Kortex

Der sensomotorische Kortex gilt als eines der wichtigsten Gehirnareale für die Hypnose und wird häufig als Ausgangspunkt zur Erzeugung einer hypnotischen Trance genutzt.

Neben der Hypnose nutzt auch eine Vielzahl anderer Entspannungsmethoden wie bspw. die Progressive Muskelentspannung (PMR) nach Jacobson oder das Autogene Training nach J.H. Schultz die besonderen Eigenschaften des sensomotorischen Kortex um Tiefenentspannungszustände auszulösen.

Die Bedeutung des sensomotorischen Kortex geht aber weit über die Entspannungsaspekte hinaus.





Detail-Info sensomotorische Kortex

Messpunkte im 10-20System: C3, C4, Cz

Hinweis: Der sensorische und motorische Kortex verlaufen parallel zueinander und werden vom zentralen Sulcus geteilt. Die zwei Kortizes werden zusammen häufig Sensomotorischer Kortex genannt. Jedoch kann der sensorische Kortex allein auch primärer somatosensorischer Kortex oder einfach somatosensorischer Kortex genannt werden. Der primäre motorische Kortex wird in der Regel einfach motorischer Kortex genannt.

Hauptfunktionen des primären motorischen Kortex: bewusste Kontrolle aller Bewegungen der Skelettmuskulatur

Hauptfunktionen des primären somatosensorischen Kortex: Räumliche Körperwahrnehmung und die Fähigkeit, zu identifizieren, woher körperliche Empfindungen stammen


Der sensomotorische Kortex stellt die Grenze zwischen den Parietallappen und den Frontallappen dar.
Der primäre motorische Kortex (der Teil des sensomotorischen Kortex, der vor allem für die motorische Steuerung verantwortlich ist) befindet sich anterior (vorne) auf den Parietallappen. Der primäre somatosensorische Kortex (der Teil des sensomotorischen Kortex, der vor allem für die sensorische Wahrnehmung verantwortlich ist) befindet sich posterior (hinten) auf den Parietallappen.

Gemeinsam reichen sie vom Scheitel aus hinunter entlang dem linken und rechten Temporallappen zum lateralen Sulcus.

Wenn man einmal die ausgeklügelte, zentrale Platzierung dieser beiden direkt aneinandergrenzenden und gemeinsam als Ganzes annehmbaren Strukturen betrachtet, erkennt man, dass sie nicht nur die anterioren von den posterioren Bereichen des Gehirns trennen, sondern auch als wesentliche Verbindung dienen, die Bewegungen koordiniert, die teilweise oder ganz von Wahrnehmungen gesteuert werden. Wahrnehmungen, die mehr sein können als nur faktische Berührungswahrnehmungen. Wahrnehmungen, die auch aus Gefühlen, Gedanken und geistigen Erkenntnissen resultieren können. Schnell wird erkennbar, dass der Sensorische Kortex auch der Schlüssel zur Körpersprache zu sein scheint.

Viel von dem, was wir tun, wer wir sind und was in uns vorgeht wird auch mehr oder minder "automatisch" in Bewegungen bspw. unserer Beine, Hände, des Torsos, unseres Nackens usw. übersetzt. Unser Inneres wird nach außen hin sichtbar. Und der sensomotorische Kortex ist das Areal, das dies möglich macht.

Aus dem griechischen Wortstamm Soma für "Körper" ist das somatosensorische System verantwortlich sowohl für die externe Wahrnehmung von Berührungen, Temperatur und Schmerz als auch der internen Wahrnehmung der Körperposition, des Status der Eingeweide und internen Schmerzes.

Eine Schädigung der rechten Hemisphäre im Bereich des somatosensorischen Kortex „schwächt das logische Denken / das Treffen von Entscheidungen und das Fühlen (emotional wie körperlich) und stört zusätzlich die Prozesse der körperlichen Grundwahrnehmung.“

Die Funktionen des primären motorischen Kortex werden in Zusammenhang gebracht mit geschickten Bewegungen und geschmeidigen wiederkehrenden Bewegungen wie Tastaturschreiben, dem Spielen von Musikinstrumenten, Handschreiben, der Bedienung komplexer Maschinen und flüssigem Sprechen.

Er ist die Vermittlungszentrale zwischen bewusst Steuerbarer Muskulatur und dem Gehirn. Wilder Penfields Untersuchungen des Sensorimotorkortex ermöglichten ihm, viele seiner Funktionen zu kartographieren. Er fand genaue Stellen, die mit tatsächlichen Bewegungen der Hände, der Beine, des Mundes, des Kiefers usw. korrespondierten. Wenn man einmal die weitreichenden Effekte dieses dualen Kortex betrachtet, ist es wenig verwunderlich, dass die ersten Schritte des Neurofeedbacktrainings entlang des sensomotorischen Kortex gemacht wurden.

Eine der bedeutendsten Gehirnwellen, der Sensory Motor Rhythm (SMR) erhielt seinen Namen von diesem Kortex. Barry Sterman, einer der wichtigsten Pioniere des Neurofeedback und einer der großen Wegbereiter der modernen Gehirnforschung trainierte seine an Epilepsie leidende Mitarbeiterin Margaret Fairbanks darauf, SMR entlang des sensomotorischen Kortex bewusst zu erhöhen. Sie war die erste Epilepsiepatientin, die Neurofeedbacktraining zur Erzeugung von SMR erhielt. Sie war in vielfältiger Weise auch die erste Erfolgsgeschichte in Hinblick auf die Nutzung der besonderen Eigenschaften des sensomotorischen Kortex zu therapeutischen Zwecken, denn nach kurzer Zeit war sie frei von epileptischen Anfällen und konnte nach einer langen Zeit des Leidens wieder ein freies Leben führen.

Anwendungen entlang des sensomotorischen Kortex werden empfohlen bei Schlaganfällen, Epilepsie, Lähmungen, ADHS und Störungen der sensorisch / motorischen Integration. Denken Sie dabei bitte daran, dass die rechte Hemisphäre die linke Körperseite kontrolliert und die linke Hemisphäre die rechte Körperhälfte! Wenn Sie hypnotisch bestimmte Areale über den sensomotorischen Kortex ansteuern möchten, sollten Sie also entweder beidseitig arbeiten oder darauf achten, dass Sie die richtige Seite ansprechen.

Jedoch hat der sensomotorische Kortex noch weitere Funktionen. Ratex erklärte, dass der motorische Kortex dem cerebralen Kortex dabei hilft, physikalische und kognitive Aufgaben zu enkodieren.
Er stellte fest, dass die „Schaltkreise des Gehirns, die genutzt werden, um eine mentale Aufgabe zu ordnen und zu strukturieren die selben sind, die auch genutzt werden, um körperliche Aufgaben zu ordnen und zu strukturieren“ (!). Das bedeutet, dass der somatosensorische Kortex sowohl physische als auch mentale Prozesse steuert.

Er steuert weit mehr als nur sensorische und motorische Funktionen. Deshalb können Klienten, die Probleme mit der Strukturierung kognitiver Abläufe haben von einer Behandlung entlang des sensomotorischen Kortex auf der linken Hemisphäre profitieren (repräsentiert durch den 10-20-Ableitpunkt C3). Eine Behandlung entlang des sensomotorischen Kortex der rechten Hemisphäre (entsprechend C4) kann körperliche Gefühle, Emotionen oder Gelassenheit steigern. Training in der Mitte (Cz) kann eine Mischung aus beidem bringen.





Hypnose und der sensomotorische Kortex

Die Bedeutung des sensomotorischen Kortex für die Hypnose kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Viele neurologisch orientierte Hypnose-Experten sehen in ihm sogar den zentralen Dreh- und Angelpunkt für die Hypnose schlechthin.

Viele Hypnose-Induktionen und Anwendungen der TherMedius ® Hypnose-Ausbildung wurden ganz gezielt auf die Ansteuerung des sensomotorischen Kortex bzw. einzelner wichtiger Teilbereiche abgestimmt, um eine höchstmögliche therapeutische Effizienz zu erzielen.

Spätestens an dieser Stelle sollte jedem Hypnose-Interessierten klar sein, welch immense Bedeutung die Neurologie für die Hypnose hat bzw. wie wichtig es ist, dass neurologische Faktoren in der Arbeit mit Hypnose berücksichtig werden. TherMedius ® hat es sich zur Aufgabe gemacht, hier ein Maximum an wirklich gehirngerechter Effizienz zu bieten, das über die Grenzen der regulären psychologischen Ansätze hinausgeht und einen höchstmöglichen Effekt an Ort und stelle ermöglicht.