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Entspannungsmusik - ja oder nein?

Entspannungsmusik - ja oder nein?

Beim Thema Hypnose-Musik bzw. Entspannungsmusik scheiden sich in der Hypnose-Branche die Geister:

Der eine Hypnotiseur mag sie und möchte sie und möchte sie bei seiner Arbeit als unterstützende Untermalung nicht missen, dem anderen gruselt es, beim Klang entspannender Meditationsklänge arbeiten zu müssen.

Fakt ist: nicht jeder Mensch mag Entspannungsmusik, einige Menschen sagen von sich sogar, dass Entspannungsmusik sie eher aggressiv macht als zur Ruhe kommen kösst.

Häufig hilft nur ausprobieren um ein richtiges Gefühl dafür zu bekommen.

Um Ihnen die Entscheidung zu erleichtern ob Sie lieber mit Entspannungsmusik / Hypnosemusik oder ohne arbeiten möchten oder in welchen Situationen Entspannungsmusik vielleicht mehr oder auch weniger Sinn macht, möchten wir an dieser Stelle ein paat Gedanken zu diesem Thema anführen.




 

Hypnose-Musik



Welchen Nutzen bringt Entspannungsmusik?

Es kann in einigen Punkten von Nutzen sein, eine Hypnosemusik mit Entspannungsmusik zu untermalen:



Entspannungsmusik wirkt auf einen bestimmten Prozentualen Anteil der Klienten sehr beruhigend und kann dabei helfen, schneller bzw. tiefer in Trance zu kommen (aber Vorsicht: sie kann bei einigen Klienten auch genau das Gegenteil bewirken!)
Entspannungsmusik kann dabei helfen, eventuelle Störgeräusche von außen (z.B. Straßenlärm) zu kaschieren und zu verdecken und eine insgesamt "stillere" Raumatmosphäre zu schaffen
Entspannungsmusik kann in langen Tiefenentspannungssitzungen Sprechpausen füllen und dafür sorgen, dass keine "erdrückende Stille" entsteht, wenn der Hypnotiseur einen Moment schweigt und sich den Klienten Stück für Stück tiefer in die Trance tragen lässt
Man kann den Klienten suggestiv an die Entspannungsmusik "koppeln" (Bsp. "Lass Dich nun einfach von der Musik tiefer und tiefer Tragen in diese angenehme Entspannung..." oder "Mit jedem Takt der Musik sinkst Du tiefer...")
Entspannungsmusik kann dem Hypnotiseur dabei helfen, sprachlich in einen gleichmäßgen Rhythmus zu kommen (indem er bspw. Sprechpausen an sie anpasst oder bestimmte Sätze in einer auf die Musik angepassten Geschwindigkeit wiedergibt)
Entspannungsmusik kann als Hypnose-Anker wirken - Viele Klienten, die mehrfach unter Einsatz von Entspannungsmusik hypnotisiert wurden berichten "Schon wenn Sie die Musik einschalten merke ich, wie es mich in die Entspannung zieht"


Entspannungsmusik bringt also einige Vorteile mit sich, aber man sollte auch bedenken, dass sie in manchen Fällen von Nachteil sein kann:



Manche Menschen mögen einfach keine Entspannungsmusik und berichten, dass sie sie eher nervös (teilweise sogar aggressiv macht) als entspannt
Entspannungsmusik kann zu "rhythmischen Dissonanzen" führen. Wenn ein Klient in einem Entspannten Zustand bspw. seinen Puls deutlich spürt und dieser vom Rhythmus der Musik abweicht, kann ihn dies im Zweifel recht stark stören
Manche Hypnotiseure machen sich zu abhängig von ihrer Entspannungsmusik. Wir haben schon Fälle erlebt, in denen Hypnotiseure sagten "Ohne meine Musik kann ich das aber nicht", wenn es um eine praktische Übung ging. Das ist natürlich fatal, denn ein Hypotiseur sollte selbstverständlich auch ohne musikalische Untermalung arbeiten können. Wir achten in der Hypnose-Ausbildung deshalb darauf, dass unsere Teilnehmer in der Lage sind, auch ohne Hilfsmittel jederzeit vollumfänglich arbeiten zu können




Wo macht Entspannungsmusik Sinn?

Zu allererst sollte man sich die Frage stellen, bei welchen Hypnoseanwendungen es überhaupt sinnvoll ist, Entspannungsmusik im Hintergrund laufen zu lassen.

Die Antwort liegt im Grunde auf der Hand: Bei Entspannungsanwendungen.

Bei Anwendungen wie "Posives Denken", "Motivation" oder anderen Themen, die den Klienten eher energetisieren sollen kann es sonst im Zweifel ein wenig absurd wirken, wenn starke, aufbauende Worte im Hintergrund mit eher einschläfernden Klängen untermalt sind.

Fragen Sie sich also vor dem Einsatz von Entspannungsmusik ob die Musik zum Thema passt oder ob es ratsamer wäre, auf sie zu verzichten.





Wie finde ich heraus, was der Klient mag?

Wenn Sie sich nicht sicher sind ob Ihr Klient lieber mit oder ohne Entspannungsmusik hypnotisiert werden möchte ist die beste Lösung, Ihn einfach zu fragen!

Nehmen Sie doch einfach die Frage "Wie gefällt Ihnen Entspannungsmusik" in Ihren Anamnesebogen auf. Dann ist die grundsätzliche Haltung des Klienten selbst zu diesem Thema schon gleich von Beginn an geklärt.