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Suggestionskonzept

Suggestionskonzept

Unter einem Suggestionskonzept versteht man ein Konzept anhand dessen eine Hypnose-Sitzung nach einem festen Muster gestaltet werden kann, das aber über einen reinen Suggestionstext hinausgeht und noch variable Anteile wie bspw. die analytische Hypnose an vorab genau definierten Punkten einbindet.

Der Vorteil eines Suggestionskonzeptes ist, dass der Hypnotiseur einerseits nicht ausschließlich auf vorgefertigte Inhalte im Rahmen einer direktiven Hypnose, wie sie häufig mit Hilfe eines reinen Suggestionstextes ausgeführt wird beschränkt ist und noch Ressourcen des Klienten variabel und in Echtzeit (also ohne vorherige Abfrage bei der Anamnese und mit dem Vorteil, dass die Ressourcen nicht im Wachzustand sondern in Trance gefunden werden) einbinden kann, er gleichzeitig aber nicht ausschließlich frei analytisch arbeiten muss, was insofern vorteilhaft ist, dass die "Tücken" einer rein analytischen Arbeit wie bspw. das häufige Abgleiten vom Kernthema, das "Steckenbleiben" in einzelnen Themenschwerpunkten oder die berühmte Frage "Und was fangen wir mit all den Informationen nun an?" eingedämmt werden können und der Hypnotiseur sich auf das konkrete Ziel der Sitzung konzentrieren kann ohne dabei den roten Faden zu verlieren.





Praktischer Nutzen von Suggestionskonzepten

Wie schon erwähnt, kann ein Suggestionskonzept von großem Wert dabei sein, dass der Hypnotiseur den "roten Faden" während einer Sitzung behält, gleichzeitig aber von den Vorteilen der analytischen Hypnose profitieren kann.

Die Hypnose bietet einem Therapeuten eine unglaubliche Fülle von Möglichkeiten, wie er einen Klienten an sein Ziel führen kann.
Man darf dabei aber nicht vergessen, dass eine Hypnose-Sitzung in der Regel "live" stattfindet und der Therapeut einen fließenden Verlauf gewährleisten muss.
Es besteht also nicht immer die Möglichkeit, ausführlich nachzudenken "Wie gehe ich nun im nächsten Schritt vor?", sondern der Klient erwartet einen sinnvollen Ablauf und ein Ergebnis - optimalerweise schon von Beginn an.

Diese Situation stellte Hypnotiseure und Hypnosetherapeuten schon immer vor schwierige Fragen in Bezug auf ihre Vorgehensweise bei der Behandlung von Klienten:



Soll ich nach einem festen Suggestionstext arbeiten und dabei riskieren, dass der Text nicht wirklich den Bedürfnissen und der Situation des Klienten entspricht?
Soll ich vollkommen frei arbeiten und dadurch riskieren, dass ich vom eigentlichen Ziel abweiche, weil der Klient sich während einer analytischen Trance in Themenfelder bewegt, die nichts mit dem eigentlichen Sitzungsziel zu tun haben oder ich schlichtweg keine treffende Idee habe, wie man die aktuelle Situation sinnbringend verwandeln kann?
Soll ich mich nicht eigentlich auf den Rapport konzentrieren und versuchen, mich in die Emotionen des Klienten einzufühlen?
Wie soll mir das gelingen, wenn ich doch gleichzeitig immer überlegen muss, wie es im nächsten Schritt weitergehen könnte und wie ich aus der aktuellen Situation ein Ergebnis herleite, das am Ende der Sitzung zu einem befriedigenden Abschluss führt, der sowohl für mich aus therapeutischer Sicht akzeptabel ist als auch dem Klienten einen Wert bietet, der ihm die Sicherheit gibt, etwas sinnvolles und zielführendes erlebt zu haben?


Einsteiger haben vielleicht noch keinen richtigen Bezug zu dieser Problematik, aber Hypnotiseure und Hypnosetherapeuten, die schon längere Zeit in eigener Praxis arbeiten und sich bisher nur auf einen Bereich der Hypnose (also entweder die direktive oder die analytische Hypnose) konzentriert haben, wissen vermutlich sehr genau, wie wichtig es ist, die richtige Mitte zwischen Klientenorientiertheit, Offenheit für Ressourcen und gleichzeitig einem konkret erreichbaren Sitzungsziel zu finden, um am Ende einer Hypnosebehandlung sowohl ein befriedigendes Ergebnis aus therapeutischer Sicht zu erreichen als auch einen Klienten, der das Gefühl hat, etwas sinnvolles und zielführendes getan zu haben aus der Praxis entlassen zu können.

Ein solide aufgebautes Suggestionskonzept, bestehend aus festen Suggestionstext-Bausteinen und variablen Bereichen für analytische Kommunikation kann hier wirklich wertvolle Lösungen bringen und alle Vorteile der Hypnose vereinen.





Erstellung von Suggestionskonzepten

TherMedius® lehrt im Rahmen der Hypnose-Ausbildung sowohl den richtigen Umgang mit bereits in der Ausbildung zur Verfügung gestellten Suggestionskonzepten als auch die Erstellung eigener Suggestionskonzepte anhand von konkreten Vorlagen aus der therapeutischen Praxis.

In Modul 2 (Hypnose für Fortgeschrittene) erlernen Sie alle Techniken, die Sie benötigen, um eigene Suggestionkonzepte zu erstellen und die verschiedenen Stilmittel der Hypnose nach dem individuellen Sitzungsbedarf zu mischen.

Modul 2 ist erfahrungsgemäß auch sehr gut geeignet für Hypnotiseure, die die Hypnose nach einer anderen Lehrart erlernt haben (die Hypnose hat keine eindeutig definierten Grund-Ausbildungsinhalte und wird deshalb teilweise sehr unterschiedlich gelehrt) und nun nach Möglichkeiten suchen, ihre bereits vorhandenen Kenntnisse, deren Umsetzung ihnen noch Schwierigkeiten bereitet in ein konkretes, praxisgerechtes System zu übertragen.





9. Hypnose-Lexikon



Ja-Haltung
Selbstorganisatorische Hypnose