Suggestibilitätstest

Suggestibilitätstest

Ein Suggestibilitätstest ist ein Test, mit dessen Hilfe ein Hypnotiseur die Empfänglichkeit eines Klienten für die Hypnose bzw. für Suggestionen einschätzen kann.

Es gibt eine Reihe verschiedener Suggestibilitätstests, mit deren Hilfe sich auch unterschiedliche Aussagen in Bezug auf die Empfänglichkeit verschiedener Hypnosetechniken bzw. die Erreichbarkeit verschiedener Hypnosezustände / Trancearten durch den Klienten treffen lassen.

"Klassiker" wie der Händefalttest oder die Magnetischen Finger lassen vor allem Rückschlüsse auf ideomotorische Fähigkeiten eines Klienten zu, während andere Test mehr die Vorstellungskraft oder die Bereitschaft des Unterbewusstseins, Suggestionen als Realität zu akzeptieren abprüfen.

Die Erfahrung hat gezeigt, dass sich das Ergebnis eines Suggestibilitätstests nie generalisieren lässt und immer nur auf die Funktion / Reaktion zu beziehen ist, auf deren Überprüfung er abzielt. Das heißt, ein Klient, der auf einen Ideomotorik-Test (wie bspw. die "Magnetischen Finger") gut reagiert muss nicht automatisch gleichermaßen gut auf andere (z.B. vorstellungsbezogene) Suggestibilitätstest reagieren und es lässt sich aufgrund der Ergebnisse eines einzelnen Tests keine pauschale Aussage über die generelle Reaktion des Klienten auf verschiedene Hypnoseanwendungen treffen.

Ein Hypnotiseur sollte bei der Auswahl eines Suggestibilitätstests deshalb immer darauf achten, welche Information er mit Hilfe dieses Tests gewinnen möchte bzw. welche Tranceanwendung er im Anschluss durchführen möchte, zu deren Gestaltung er die Information aus dem Suggestibilitätstest benötigt.

Praktischer Einsatz von Suggestibilitätstests

Ein Suggestibilitätstest wird in der Regel zu Beginn einer Hypnosesitzung durchgeführt.

Je nach Test kann der Hypnotiseur / Hypnosetherapeut hiermit schon einen ersten Eindruck gewinnen, wie gut oder schnell ein Klient auf eine gewünschte Trance- bzw. Suggestionsart anspricht (je nach Hypnoseanwendung sind verschiedene Ansprechverhalten bei verschiedenen Tests von Vorteil, da die Hypnose auf unterschiedliche Gehirnregionen abzielt und deren Ansprechbarkeit sich von Klient zu Klient, aber auch untereinander bei einem Klienten unterscheiden kann).

Die Ergebnisse des Suggestibilitätstests können dem Behandler dann dabei helfen, die anschließende Sitzung entsprechend den trancebezogenen Bedürfnissen des Klienten zu gestalten. Der Hypnotiseur kann dann bspw. aus unterschiedlichen Induktionen wählen, sich für eine kürzere oder längere Induktion entscheiden oder allgemein die Dauer der Trance selbst so ansetzen, wie es anhand des Suggestibilitätstests für den Klienten am treffendsten erscheint.

Wichtig ist, zu erwähnen, dass allein ein Suggestibilitätstest natürlich niemals eine 100%ige Aussage über die grundsätzliche Erfolgswahrscheinlichkeit oder gar die zu erwartende Dauer einer Behandlung geben kann und auch trotz positiv verlaufendem Suggestibilitätstest im weiteren Verlauf der Therapie durchaus noch Hürden (z.B. thematischer Natur) auftreten können, die eine weitere Anpassung der Behandlungsstrategie an die aktuelle Situation des Klienten erfordern - der Suggestibilitätstest gibt ja grundsätzlich nur Auskunft über die prinzipielle Trancefähigkeit eines Klienten in Bezug auf eine bestimmte Tranceart, nicht aber über die Art und den Umfang seines zu behandelnden Themas.

Bei gleichartiger Trancefähigkeit können sich die Problemstellungen, wegen derer sich zwei Klienten in Behandlung begeben naturgemäß deutlich unterscheiden und im späteren Verlauf der Behandlung können dann noch Faktoren wie Dauer, Art und Umfang des zu behandelnden Themas, individuelle Ausprägung und Belastungsgrad für den Klienten eine Rolle spielen, die nicht im Zusammenhang mit der Trancefähigkeit selbst stehen. Konkretes Beispiel: Ein Klient begibt sich wegen einer kleineren Phobie in Behandlung, ein anderer wegen einer komplexen Angststörung mit einer Vielzahl verschiedener Symptome - bei gleichen Ergebnissen im Suggestibilitätstest sind dennoch unterschiedliche Behandlungsverläufe zu erwarten, weshalb der Suggestibilitätstest immer auch in Bezug zum vom Klienten definierten Behandlungsauftrag bewertet werden muss.

Dennoch bestätigen viele Hypnotiseure und Hypnosetherapeuten den Wert der verschiedenen Suggestibilitätstests und berichten regelmäßig von deutlich erkennbaren Zusammenhängen zwischen dem Verlauf eines oder mehrerer Tests und dem Ablauf der späteren eigentlichen Hypnosebehandlung.

Auch wenn einige Hypnotiseure und Hypnosetherapeuten Suggestibilitätstest auch heute noch eher als Spielerei sehen (die man z.B. verwendet, um einem Interessenten in Kürze zu demonstrieren, wie Hypnose wirkt), sind sie also dennoch als nützliches Tool für die Praxis zu sehen, dessen sinnvolle (vor allem in Bezug auf das Behandlungsthema) korrekte Einbindung in den behandlerischen Ablauf und für den Aufbau einer Behandlungsstrategie von großem Nutzen sein kann.

Suggestibilitätstests als Convincer

In der Hypnose / Hypnosetherapie spielen so genannte Convincer eine wichtige Rolle im Rahmen der Rapportbildung.

Convincer sind kleine Wirksamkeitsdemonstrationen, die dem Klienten zeigen, dass Hypnose bei ihm wirkt und in für die weitere Behandlung offen machen. Viele Klienten möchten zuerst "sehen, dass die Hypnose bei ihnen funktioniert", um sich innerlich richtig auf eine Behandlung einlassen zu können. Verzichtet der Hypnotiseur auf einen Convincer, besteht das Risiko, dass der Klient anfänglich misstrauisch in die hypnotische Arbeit geht und sich innerlich erst einmal mit Fragen wie "Bin ich jetzt schon in Hypnose?", "Wirkt die Trance bei mir denn so, wie sie soll?", "Sollte ich nicht ohnmächtig sein, damit die Hypnose wirken kann?" o.ä. beschäftigt anstatt sich auf die eigentliche Anwendung zu konzentrieren. Mit Hilfe eines Convincers kann der Hypnotiseur dem Klienten signalisieren "Sehen Sie, sie sind geeiget" und bei Bedarf auch Missverständnisse oder unrealistische Erwartungshaltungen in Bezug darauf wie sich Hypnose wohl anfühlen sollte (viele Klienten kennen die Hypnose nur aus dem Fernsehen und leiten ihre Erwartungen daraus ab, wie sie denken, dass sich ein Proband in einem Fernsehbericht wohl gerade fühlen müsste, wissen aber nicht tatsächlich, wie er sich fühlt bzw. orientieren sich an Erfahrungsberichten aus Behandlungen, die thematisch vollkommen anders gelagert sind als die von ihnen gewünschte Behandlung und gehen deshalb mit einer abweichenden Erwartungshaltung in die Behandlung, die optimaler Weise schon vorab richtiggestellt werden sollte. Hierzu ist ein Convincer als Gesprächsbasis sehr gut geeignet.

Suggestibilitätstests als Vorab-Induktion

Viele Laien, aber auch noch einige Hypnotiseure / Hypnosetherapeuten sehen in der Hypnose auch heute noch eine Art "digitales System", das sich vor allem an den verbalen Suggestionen des Hypnotiseurs orientiert. Sie gehen davon aus, dass die Hypnose in klar getrennten Abschnitten abläuft und der Klient erst auf ein bestimmtes Signal hin in Trance geht bzw. bei Beendigung einer Trance sofort wieder der Wachzustand eintritt, vergleichbar mit dem Wachzustand vor Einleitung der Hypnose.

Die Gehirnforschung hat aber gezeigt, dass die Hypnose ein wesentlich fließenderer Prozess ist und dass sowohl nach einer Tranceausleitung noch für eine kleine Weile hypnotische Muster im Gehirn erkennbar sind und dass eine Trance auch schon mit kleineren hypnotischen Interventionen induziert bzw. effektiv vorbereiten kann.

Eine solche Intervention sind Suggestibilitätstests. Sie finden i.d.R. im Wachzustand statt (magnetische Finger, Händefalttest), das heißt, der Klient wird zuvor nicht klassisch in eine Trance eingeleitet, sondern der Hypnotiseur beginnt direkt mit dem Test, indem er dem Klienten bei geöffneten Augen Suggestionen gibt, die sich ausschließlich auf den Ablauf des Tests (z.B. dass seine Finger sich magnetisch anziehen) beziehen, aber keine Aufforderungen enthalten, in einen Trancezustand überzugehen.

Im Verlauf des Suggestibilitätstests (vorausgesetzt, dieser verläuft erfolgreich) entwickelt sich nun ohne konkrete Aufforderung des Hypnotiseurs ein leichter Trancezustand und es baut sich ein hypnotischer Rapport auf, da das Gehirn des Klienten die im Rahmen des Suggestibilitätstests gegebenen Suggestionen annimmt, umsetzt und damit erlernt, die Stimme des Hypnotiseurs als "wahr" zu akzeptieren.

Nach Ende des Suggebistitlitätstests, bei dem der Klient einen leichten, für Außenstehende kaum erkennbaren und i.d.R. für ihn selbst ebenfalls kaum wahrnehmbaren Trancezustand erreicht (der übrigens üblicherweise noch nicht ausreichen würde, um darin komplexere Suggestionen zu platzieren), hat sich bei ihm also eine Art "Basistrance" etabliert und sein Gehirn ist schon auf die Stimme des Hypnotiseurs vorbereitet.

Geht der Hypnotiseur nun in die eigentliche Sitzung über, profitiert diese von der Vorbereitung durch den Suggestibilitätstest und die Hypnose-Induktion verläuft schneller und intensiver, da der Klient durch den Suggestibilitätstest vorbereitet ist und sich von der durch ihn induzierten Basistrance nun schneller und fließender in eine tiefere, für die jeweilige Behandlung geeignete Trance begeben kann.

Ein Suggestibilitätstest ist also nicht nur eine "Spielerei" oder eine "Machtdemonstration" der Hypnose und seine Bedeutung geht auch deutlich über seinen Nutzen als Convincer hinaus.
Er kann dem Hypnotiseur dabei helfen, den Verlauf einer Hypnosesitzung zu optimieren und die Tranceübergänge es Klienten zu beschleunigen.

Da Suggestibilitätstests einen großen praktischen Nutzen haben, lehrt TherMedius sie schon in Modul 1 der Hypnose-Ausbildung. Gerade Hypnose-Einsteiger, können sehr davon profitieren, da sie mit Hilfe des geschickten Einsatzes von Suggestibilitätstests schon schneller tiefere Trancen erzeugen können und damit von Beginn an eine überzeugendere hypnotische Leistung erbringen.

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