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Selbstorganisatorische Hypnose

Die Selbstorganisatorische Hypnose ist ein primär nur in Deutschland bekannter, in der internationalen hypnotherapeutischen Welt insgesamt aber eher unbedeutender Teilbereich der analytischen Hypnose, der großen Wert darauf legt, dass der Klient im Rahmen einer hypnotischen Behandlung die Lösungen für seine Probleme selbst findet.

Der offizielle Einfluss der umstrittenen und vor allem in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts stark thematisierten Synergetik, die aus heutiger Sicht in psychotherapeutischen Kreisen einen eher fragwürdigen Ruf genießt, da sie eher ein mathematisches als ein psychologisch / philosophisches Modell ist und häufig auch zu sehr als Pauschal-Schlagwort ("Alles kann irgendwie mit allem zu tun haben") wie der Begriff "Quantenphysik", der heute fast schon inflationär zur Erklärung alles nicht oder nur schwer erklärbaren genutzt wird, lässt die selbstorganisatorische Hypnose teilweise etwas veraltet wirken bzw. stellt teilweise in Frage ob sie heutigen Erkenntnissen der neurologisch / psychiatrisch orientierten Hypnosetherapie noch standhalten kann.

Bei den Vorgehensweisen der selbstorganisatorischen Hypnose handelt es sich zumeist um relativ gebräuchliche Interventionen aus dem Coaching, die einfach in hypnotischer Trance umgesetzt werden.

Kritiker sehen in der selbstorganisatorischen Hypnose einen zu offenen Ansatz, der aus therapeutischer Sicht zwar lobenswert ist, weil er dem Klienten maximalen Freiraum für eigene Entwicklung lässt, den Klienten, wie auch den Therapeuten in der Praxis aber häufig auch überfordert, da im Zweifel entsprechende Wegweiser fehlen, die eine Therapie dahin führen, wohin sie eigentlich gehen soll.

Viele Anwender der selbstorganisatorischen Hypnose sind deshalb mittlwerweile dazu übergegangen, auch andere Elemente aus der direktiven Hypnose oder der analytischen Hypnose, vor allem aber auch Suggestionstexte oder Suggestionskonzepte in ihre Arbeit mit einzubeziehen, was aber zu einer Verwässerung des Begriffs "selbstorganisatorische Hypnose" führt, da die selbstorganisatorische Hypnose ja ein Stück weit auch eine Definition für eine konkrete Herangehensweise darstellt und eine Abweichung davon eigentlich die gesamte Bezeichnung ad absurdum führen würde.





Selbstorganisatorische Arbeit als Standard

Im Grund sollte jeder Hypnotherapeut in der Lage sein, seinen Klienten selbstorganisatorische Lösungsmöglichkeiten aufzuzeigen und ihm eine Behandlung anzubieten, die ihm den Freiraum gibt, eingene Lösungswege für seine Probleme zu finden.

Die Praxis zeigt allerdings, dass Klienten in einen Hypnotiseur / Hypnosetherapeuten häufig einen "Spezialisten" suchen, der sie bei der Suche nach Lösungen unterstützt oder ihnen idealerweise schon konkrete Lösungsansätze bietet, an denen sie sich orientieren können (der Zeitgeist spielt hier auch eine wichtige Rolle und dieser hat sich seit den 70´er Jahren des 20. Jahrhunderts, in denen die selbstorganisatorische Hypnose entwickelt wurde und in denen das Streben nach individueller Freiheit des Individuums noch eine entscheidende Rolle spielte, zur heutigen Zeit, in der der Mensch es gewohnt ist, für alles eine professionelle Lösung geboten zu bekommen und in der er mit seiner Freiheit fast schon überfordert ist, entscheidend verändert).

TherMedius® legt deshalb großen Wert darauf, im Rahmen der Hypnose-Ausbildung sowohl Techniken zu lehren, in denen der Klient seine eigenen Lösungen finden kann als auch - falls der Klient sich gar nicht auf die Suche begeben möchte sondern lieber von einem Experten zum Ziel geleitet werden möchte - im Rahmen zielführend strukturierter Strategien ein konkreter Behandlungsansatz durchgeführt werden kann, der weniger hohe Anforderungen an die Eigeninitiative des Klienten stellt.





9. Hypnose-Lexikon



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