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Aufdeckende Hypnose
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Die aufdeckende Hypnose wird auch als analytische Hypnose bezeichnet.
Unter "aufdeckend" versteht man in diesem Zusammenhang, dass die Hypnose nicht symptomorientiert verwendet wird, sondern auch für die zu behandelnde Störung verantwortliche Ursachen berücksichtigt, erforscht und aufgelöst werden.
Entsteht eine Störung bspw. aufgrund prägender Negativ-Erlebnisse aus der Vergangenheit, ist es oftmals sinnvoll, diese Erlebnisse zu bearbeiten und aufzulösen. Geht man bei einer Behandlung nur auf die Symptome ein und vernachlässigt die auslösenden Faktoren, besteht das Risiko, dass diese im Inneren weiterwirken und die Symptome mit der Zeit erneut hervorrufen oder aber im Rahmen einer Symptomverschiebung nach einem neuen Weg suchen, sich auszudrücken.
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Wann ist aufdeckende Hypnose angebracht?
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Das Problem bei der aufdeckenden Hypnose ist, dass sie nicht in allen Fällen angebracht ist.
Es gibt eine Vielzahl von Störungen, die "aus sich heraus" (endogen) entstehen können, bei denen keine auslösenden Faktoren im klassisch psychotherapeutischen Sinne, also in Form von Erlebnissen bestehen. In solchen Fällen ist mit aufdeckender Hypnose in der Regel nur wenig erreichbar und eine direktive Hypnose wäre stattdessen oftmals angebrachter.
Sucht man mit Hypnose nach einer Ursache, die nicht existiert, besteht nämlich das Risiko, dass das Unterbewusstsein auf das Drängen des Hypnotiseurs bzw. aufgrund des dringenden Wunsches des Klienten nach einer Antwort eine fiktive Ursache konstruiert, die tatsächlich nie stattgefunden hat oder aber zwar stattgefunden hat, aber nicht ausschlaggebend für das zu behandelnde Problem ist.
Bis hin zum "False-Memory-Effect", bei dem der Klient fest der Überzeugung ist, sich an etwas erinnern zu können, was in Wahrheit reine Fiktion ist kann ein falscher Einsatz der aufdeckenden Hypnose führen.
Solche Fehlbehandlungen sind können zum Teil unangenehme Folgen für den Klienten haben. So haben sich beispielsweise schon viele Klienten in einer vermeintlichen Problemursache "verrannt", die sich im Nachhinein als falsch herausstellte.
Hypnotiseure und Hypnosetherapeuten, die betonen "ausschließlich aufdeckend" zu arbeiten sind also mit Vorsicht zu genießen, denn man kann davon ausgehen, dass sie bei jeder Störung ein auslösendes Ereignis unterstellen und mit aller Macht danach suchen, das im Zweifel überhaupt nicht vorhanden sein muss.
Ein guter Hypnotiseur sollte deshalb alle Varianten der Hypnose - nicht nur die aufdeckende Hypnose - beherrschen und in der Lage sein, bei einem vorliegenden Behandlungsthema die richtige Form der Hypnose auszuwählen und anzuwenden.
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Unsicherheitsfaktoren bei der Aufdeckenden Hypnose
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Laien gehen häufig davon aus, dass es in der Aufdeckenden Hypnose möglich ist, eine "endgültige Wahrheit" zu erforschen, einen Klienten also zu befragen, wie ein Erlebnis wirklich war, um Sicherheit über einen Vorgang zu gewinnen.
Fallbeispiel:
Als klassisches Beispiel ist hier ein Klient, der bspw. mit Sicherheit herausfinden möchte ob und von wem er als Kind missbraucht wurde, weil er psychische Symptome zeigt, die auch bei Missbrauchspatienten vorkommen und er deshalb herausfinden möchte ob tatsächlich ein Missbrauch stattgefunden hat.
Er selbst kann sich an keinen Missbrauch erinnern und hat auch niemanden in Verdacht, der der Täter hätte sein können. Dennoch geht er davon aus, dass ein Missbrauch stattgefunden hat, da er seiner Meinung nach ansonsten ja die Symptome nicht zeigen würde.
Dieses Fallbeispiel ist sehr realitätsnah, denn solche Situationen kommen in Hypnosepraxen nicht selten vor.
Hier ist es wichtig, zu wissen, dass die Hypnose nicht oder nur eingeschränkt zur Sicheren Aufdeckung wahrer Sachverhalte geeignet ist. In Hypnose ist es zwar möglich, das Gedächtnis zu unterstützen, sodass sich das Erinnerungsvermögen verbessert und vergessene Dinge leichter erinnert werden können. Es besteht aber das akute Risiko, dass vorherige Gedanken über das Thema oder Vermutungen in Bezug auf das zu erwartende Ergebnis die Erinnerungen verfälschen oder bei Nichtvorhandensein einer entsprechenden Erinnerung das Unterbewusstsein aus dem Erwartungsdruck heraus eine scheinbare Erinnerung kreiert, die tatsächlich aber reine Phantasie ist.
Sowohl für den Hypnotiseur als auch für den Klienten ist es fast unmöglich, reale Erinnerungen und fiktionale Anteile zu unterscheiden und es ist praktisch unmöglich, eine in der Aufdeckenden Hypnose gefundenen Erinnerung als definitiv wahr zu klassifizieren.
Hypnotiseure und Hypnosetherapeuten sollten Klienten, die nach einer "brisanten Wahrheit" suchen also entweder ablehnen oder umfassend aufklären, da das Risiko bestehen könnte, dass sie in Hypnose bspw. einen Missbrauch durch eine bestimmte Person sehen, der tatsächlich nie stattgefunden hat, aber vom Unterbewusstsein gezeigt wird, da es unter dem Druck der Erwartungshaltung Bilder produziert, die naheliegend sind oder der Erwartung des Klienten am ehesten entsprechen. Die Folgen liegen auf der Hand: Es entsteht das Risiko, dass der Klient einen Menschen für etwas beschuldigt, dass dieser tatsächlich nie getan hat.
Zudem besteht natürlich das Risiko, dass ein Klient auf diesem Wege auf eine falsche Theorie in Bezug auf die Ursache seiner Probleme kommt. Wenn er bspw. Depressionen hat und diese aufgrund einer Störung im Hirnstoffwechsel (ohne Fremdeinwirkung und ohne traumatische Erfahrung) entstanden sind, besteht das Risiko, dass er in Folge einer nicht sachgemäßen Aufdeckenden Hypnose davon ausgeht, dass es eine "konkrete Ursache" für seine Probleme gibt und dass er diese beheben könnte, indem er sich in Bezug auf diese vermeintliche Ursache therapieren lässt. Selbstverständlich wird diese Therapie dann mit hoher Wahrscheinlichkeit wenig bis keine Wirkung zeigen, zudem kann es sein, dass der Klient in Folge dieser auf falschen Tatsachen beruhenden Therapie andere, für ihn sinnvollere Therapien unterlässt und dadurch einerseits keine Verbesserung seiner Situation erreicht und andererseits sogar das mittelfristige Risiko einer Verschlechterung eingeht.
Die Aufdeckende Hypnose ist also mit einer hohen Verantwortung seitens des Therapeuten verbunden. Nur Therapeuten, die sich wirklich mit dem Wesen der Hypnose auskennen und um die tatsächlichen Möglichkeiten und Grenzen der Hypnose wissen, sollten die Aufdeckende Hypnose bei Klienten anwenden. Dennoch lässt sich die Aufdeckende Hypnose in bestimmten Fällen für die Erforschung von Erinnerungen einsetzen. Wenn es beispielsweise darum geht, Erinnerungen aufzudecken, bei denen kein Risiko für Negativfolgen besteht (z.B. ein Klient hat einen Schlüssel verlegt und möchte in Hypnose herausfinden, wo der Schlüssel sich befindet - das schlimmste, was bei einer falsch aufgedeckten Erinnerung passieren kann ist, dass der Schlüssel weiterhin verloren bleibt, es werden aber keine anderen Personen mit hineingezogen). Auch in der Kriminalpsychologie kann es von großem Wert sein, die Aufdeckende Hypnose einzusetzen, wenn ein Zeuge sich dadurch an Hinweise erinnert, die dabei helfen können, einen Täter zu ergreifen (diese Hinweise müssen sich dann im Nachhinein natürlich als wahr herausstellen).
TherMedius ® legt deshalb in den Ausbildungsmodulen, in denen Aufdeckende Hypnose gelehrt wird (Modul 2 - Hypnose Fortgeschrittene und Modul 4 - Reinkarnationstherapie) großen Wert darauf, dass die Teilnehmer ein hypnotisches Fachwissen vermittelt bekommen, das ihnen erlaubt, verantwortungsvoll mit der Aufdeckenden Hypnose zu arbeiten und ihre Stärken und Möglichkeiten zu nutzen ohne dabei Gefahr zu laufen, dem Klienten Schaden zuzufügen.
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