Hypnosetherapie oder Hypnotherapie?

Hypnosetherapie oder Hypnotherapie?

Ist Ihnen auch schon einmal aufgefallen, dass die Bezeichnungen der therapeutischen Anwendungen der Hypnose desöfteren um die kleine Silbe "se" variieren?

Konkret meinen wir damit die Hypnosetherapie bzw. die Hypnotherapie.

Haben Sie sich auch schon gefragt ob es da einen Unterschied gibt und wo genau dieser denn nun eigentlich liegt?

Wir möchten dieses Thema einmal aus der Sicht praktizierender Hypno/se-Therapeuten skizzieren, die immer wieder mit Erstaunen beobachtet, was für unterschiedliche Strömungen sich hin und wieder in ein und derselben therapeutischen Fachrichtung bilden - Nicht nur was die Begriffsbezeichnungen ansich angeht, sondern manchmal auch in Bezug auf die praktischen Herangehensweisen, die hinter den Begrifflichkeiten rund um die Hypnose stehen.

Milton Erickson und die Hypnotherapie

Viele Hypnotiseure verehren den legendären Therapeuten Milton Erickson, der der Hypnose bereits in den 50 er Jahren des letzten Jahrhunderts ein vollkommen neues therapeutisches Gesicht gab.

Mit seinen subtilen Ansätzen auf Basis einer unglaublichen Empathie und einer riesigen Erfahrung in suggestiven Praktiken schaffte er es, die Hypnose als eigenständige Therapieform mit einem vollständigen theoretischen Hintergrund zu etablieren.

Seine Werke sind - wenn auch für den einen oder anderen nicht immer ganz leichtverdaulich - vor allem in der deutschen Übersetzung nicht immer ganz überzeugend übertragen - noch heute ein Standard in der therapeutischen Hypnose-Literatur.

Erickson nannte die therapeutische Arbeit mit Hypnose wie im englischen Sprachraum üblich "Hypnotherapy". Nicht weil er einen neuen Begriff etablieren wollte sondern weil Hypnose im Englischen "Hypnosis" heißt und man den Begriff aus praktischen Gründen etwas kürzte, um Zungenbrecher zu vermeiden (sprechen Sie ruhig einmal das Wort "Hypnosis-Therapy" laut und mit "th" aus - dann verstehen Sie, warum ;-) ).

Diese Begrifflichkeit wurde dann aus Modegründen eingedeutscht indem aus dem "y" ein "ie" wurde und so entstand die "Hypnotherapie".

Folglich sollten die Hypnosetherapie und die Hypnotherapie eigentlich das selbe sein, da sie ja der selben Bedeutung entstammen, aber...

Teilung der Hypnose in zwei (und mehr) Lager

Vor Milton Erickson war die Hypnose ein vorwiegend direktives Verfahren. Der Hypnotiseur gab Suggestionen als wären es Befehle - im Sinne von "Schlaf tief und fest! Du wirst nie wieder das Verlangen nach einer Zigarette verspüren...".

Mit Milton Erickson wurde die Suggestion mehr zu dem, was sie im wörtlich übersetzen Sinn ist: Ein Vorschlag an das Unterbewusstsein des Klienten.

In der Therapie rückte die Sanftheit, die Harmonie mit den Interessen des Klienten, die Berücksichtigung der Stärken und individuellen Resourcen des Klienten in den Vordergrund. Alles Dinge, die die therapeutische Hypnose um Welten weitergebracht haben. Ohne die Arbeit Milton Ericksons wäre die therapeutische Hypnose heute sicher bei weitem nicht so leistungsfähig, wie sie es de facto ist.

Da diese klientenzentrierte Arbeit Früchte trug und in manchen Punkten Erfolgsversprechender war als die rein direktive Vorgehensweise, da viele Klienten, bei denen die klassische direktive Vorgehensweise nicht so sehr anschlug weil sie eine zu hohe innere Abwehrhaltung hatten nun doch therapiert werden konnte, wurden die Erickson schen Vorgehensweisen schnell "in".

Therapeuten nannten sich bewusst "Hypnotherapeut", um nach außen hin zu zeigen, dass sie sich mit Ericksons Lehrart identifizieren und diese ausüben. Der Begriff "Hypno SE therapie" stand zu dieser Zeit eher für die klassische direktive Hypnose von der man sich bewusst distanzieren und abgrenzen wollte.

Einsicht und Verschmelzung

Trotzdem stellte man in der therapeutischen Praxis und im Rahmen moderner Hypnose-Forschung fest, dass die sanften Verfahren nach Erickson in manchen Bereichen auch ihre Grenzen haben.

Während sie im klassischen (psycho-)therapeutischen Sinn sehr gute Erfolge zeigten waren sie bei Anwendungen wie der Schmerzabschaltung oder der puren körperlichen Tiefenentspannung oftmals fast wirkungslos.

Ebenso stieß man immer wieder auf das Problem, dass die Erickson schen Vorgehensweisen einfach nicht dem entsprachen, was Klienten sich unter Hypnose vorstellten und dass diese sich beschwerten und nachfragten ob der Therapeut auch "echte Hypnose" beherrsche.

Ein Aspekt der Erickson schen Arbeit ist nämlich, dass sie in der Regel in relativ leichten Trancen und häufig auch ganz unauffällig, ja fast unspürbar im therapeutischen Gespräch stattfindet. Dadurch bleibt der klassische hypnotische Tieftrance-Aspekt, der für viele Anwendungen besonders wertvoll und für viele Klienten besonders wichtig ist, um die Hypnose als solche zu akzeptieren weitestgehend unberücksichtigt.

Die Hypnotherapie zu diesen Zeiten war mehr oder weniger fast eine geschickt formulierte Gesprächstherapie, die leichte bis mittlere Trance-Effekte einfließen ließ, in der die klassische Vorstellung hypnotischer Tieftrance aber kaum vertreten war. Die direktiv-suggestive Arbeit war fast schon verpönt, obwohl sie doch oftmals eine deutlich höhere Tranceintensität bietet.

Zeitgleich hielten deshalb viele Therapeuten an den "alten" Methoden fest und erzielten auch damit gute Erfolge.
Dadurch entstanden zwei Fronten, die sich in Streitgesprächen teilweise erbittert bekämpften und die jeweils eigene Methode zur besseren erklärten.

Dieser "Grabenkampf" dauerte so lange an, bis die ersten Therapeuten erkannten, dass beide Methoden ihre individuellen Vorteile bieten und damit begannen, sie zu verschmelzen. Im Interesse des Klienten wählten sie anwendungsbezogen die bessere Alternative und konnten damit noch viel größere Erfolge erzielen als mit der Konzentration auf nur eine technische Herangehensweise.

Bei der einen Phobie kam eine Gesprächsarbeit nach Erickson besser zum tragen, bei der anderen Schmerzabschaltung eine Einleitung, wie ein James Esdaile sie gestaltet hätte - man erkannte, dass es mehrere große Lehrer gab, von denen jeder einen wertvollen Beitrag leistete und ergänzte das System zu einer ganzheitlich integrierten Methode.

Also was nun? Hypnosetherapie oder Hypnotherapie?

Bei einem modernen, gut ausgebildeten Therapeuten ist es eigentlich egal, denn er sollte beide großen Verfahren beherrschen und muss sich somit nicht mehr auf eine reine Ausrichtung nach Erickson oder der "klassischen Hypnose" festschreiben. Die Bezeichnung seiner Tätgkeit als "Hypnosetherapie" oder "Hypnotherapie" ist also eine reine Frage des persönlichen Geschmacks.

Kritisch hinterfragen sollte man höchstens, wenn sich ein Therapeut ZU sehr mit einer Richtung identifiziert - es könnte sein, dass sich eine gewisse "Betriebsblindheit" ("Nein, das wende ich nicht an, das passt nicht in mein Schema") einschleicht, die möglicherweise verfügbare Nutzeffekte ignoriert und die Behandlungsoptionen der Hypnose unnötig einschränkt.

Aber vermutlich passiert das heute immer seltener (wenn es auch nicht ganz ausgeschlossen sein mag).

In der TherMedius Hypnose-Ausbildung werden die Techniken und Vorgehensweisen "beider" (wobei es im Grunde genommen sogar noch einige mehr Richtungen geibt) Richtungen gelehrt. Und selbstverständlich auch das Verständnis, welche Technik und welche Vorgehensweise in welchem Fall und bei welcher Anwendung zu wählen ist, um die besten Ergebnisse für den Klienten zu erzielen.

Im Zentrum der Arbeit mit Hypnose sollte immer der Klient stehen und mit ihm das Ziel, ihm erfolgreich zu helfen.

So wie ein Mechaniker einen Satz Schraubenschlüssel besitzt, aus dem er den passenden Auswählt, sollte auch ein Hypno/se-Therapeut ein Repertoire an Techniken haben, um die passende für seinen Klienten zu finden.

Ob er seine Arbeit dann "Hypnotherapie" oder HypnoSEtherapie" nennt sollte schlicht und einfach egal sein und bleibt ganz dem individuellen Geschmack des Therapeuten überlassen.

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