Wenn psychische Erkrankungen vorliegen und Sie keine Heilerlaubnis haben, sollten Sie den Klienten nicht behandeln, sondern an einen Kollegen mit Heilerlaubnis verweisen. Auch wenn die Raucherentwöhnung in keinem direkten Zusammenhang mit seiner Erkrankung steht und Sie nicht vorhaben, seine Erkrankung mit Hypnose zu behandeln (es geht schließlich um das rauchen), kann es dennoch sein, dass die Erkrankung des Klienten sich auf den Verlauf der Behandlung auswirkt und Sie damit in Tätigkeitsfelder kommen, in denen eine Heilerlaubnis notwendig ist. Die Zahl der Cannabis-Abhängigen steigt und viele Hypnosepraxen haben schon Anfragen erhalten ob die Raucherentwöhnung sich auch zur Cannabisentwöhnung eignet. Die dahinter stehende Logik der anfragenden Klienten ist zumeist "Cannabis wird auch geraucht - und wenn ich mit dem rauchen aufhöre, dann rauche ich ja auch keinen Cannabis mehr". Tatsache ist aber, dass es sich bei der Rauchentwöhnung und der Cannabisentwöhnung um zwei vollkommen unterschiedliche Dinge handelt. Die Cannabisentwöhnung erfordert eine komplett andere, deutlich umfassendere Strategie und sollte nur von Therapeuten durchgeführt werden, die sich mit Suchttherapie auskennen. Mit der Rauchentwöhnung allein ist es da leider nicht getan. In unserer Hypnose-Ausbildung lehren wir bei der Gewichtsreduktion auf bestimmte Kontraindikationen zu achten. Körperliche Erkrankungen oder Medikamente (z.B. Schilddrüsenleiden, Antidepressiva), die zu Übergewicht führen stellen häufig "harte Fakten" dar, die auch mit Hypnose nicht so ohne weiteres beeinflussbar sind, da das Ursächliche Problem immer wieder einwirkt und erreicht Fortschritte wieder zu nichte macht. Wir empfehlen deshalb nach 3 Sitzungen im Abstand einer Woche den Abnehmfortschritt zu prüfen und nur dann mit der Behandlung fortzufahren, wenn schon eine erkennbare Reduktion des Gewichts stattgefunden hat. Hat sich zu diesem Zeitpunkt noch garnichts getan, liegt mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit eine Körperliche Störung vor. Wir empfehlen in diesem Fall, an einen Facharzt (optimal: einen Endokrinologen) zu verweisen, denn dann liegt das Gewichtsproblem mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit auf der körperlichen Ebene und muss gegebenenfalls medikamentös behandelt werden. Der Einsatz von Hypnose beim Alkoholentzug ist vor allem nach der klassischen Entgiftung zur stabilisierung des Klienten sinnvoll, um ihn dabei zu unterstützen, trocken zu bleiben. Hypnose kann zwar dabei helfen, übermäßigen Alkoholkonsum zu reduzieren, aber ein klassischer Alkoholentzug sollte immer in einer darauf spezialisierten Entzugsklinik stattfinden. In der Regel lässt der Körper nur eine Abnehmgeschwindigkeit zu, die für ihn gesund ist. Es kann aber vorkommen, dass ein Klient außergewöhnlich schnell sehr viel Gewicht verliert. In den meisten Fällen ist das gesundheitlich vollkommen unbedenklich. Trotzdem ist es ratsam, den Klienten zu einem Checkup an seinen Hausarzt zu verweisen, um sicherzugehen, dass alles in Ordnung ist. Im Zweifel können dann längere Pausen zwischen den einzelnen Hypnosebehandlungen durchgeführt werden, um die Abnehmgeschwindigkeit zu reduzieren. Obwohl es eigentlich paradox ist, kommt es gelegentlich vor, dass ein Klient versucht, sich gegen die Hypnose zu "wehren" und zu verhindern, dass er in Trance geht (paradox deshalb, da er ja eigentlich Geld dafür bezahlt hypnotisiert zu werden). Grund dafür ist zumeist, dass einige Klienten sich beweisen wollen, dass sie besonders willensstark sind und dass sie "mächtiger" sind als der Hypnotiseur. Lassen Sie sich in einem solchen Fall nicht auf einen Wettstreit ein, indem Sie versuchen, ihn mit stärkeren Induktionen zu "übertrumpfen", sondern machen Sie dem Klienten klar, dass es bei der therapeutischen Hypnose nicht darum geht, Macht auszuüben, sondern seinem Unterbewusstsein Wege zu eröffnen, die es ihm erlauben, ein gewünschtes Ziel zu erreichen. Machen Sie ihm deutlich, dass er sich mit einem solchen Verhalten nur selbst sabotiert und setzen Sie die Hypnose fort, wenn er bereit ist, sich wirklich auf die Hypnose einzulassen. Fast jeder Hypnotiseur kennt verzweifelte Anfragen wie "Bitte, bitte helfen Sie mir - Sie sind meine letzte Hoffnung! Es ist ganz, ganz dringend!". Die Themen, die hinter solchen Anfragen stehen können sich dabei in ihrer Tragweite stark unterscheiden. Vom Wunsch, vor dem nächsten Urlaub noch schnell 3 Kilo abzunehmen bis zu ernsthaftesten psychischen Problemen mit Suizidgefahr ist alles möglich. Behalten Sie in einem solchen Fall einen kühlen Kopf, führen Sie eine korrekte Anamnese durch und entscheiden Sie ob für dieses Problem eine ambulante Hypnose im Rahmen Ihrer Kompetenzen angebracht ist oder ob Sie den Klienten besser an einen Facharzt weiterleiten sollten. Lassen Sie sich vom Klienten auf keinen Fall in die Ecke drängen und zu Versprechungen nötigen, die Sie im Zweifel nicht erfüllen können ("Kommen Sie mal in meiner Praxis vorbei, wir bekommen das schon hin..."), sondern machen Sie immer deutlich, dass Sie zuerst prüfen müssen ob Sie ihm wirklich helfen können. Wenn Sie den Eindruck haben, dass der Klient sie emotional zu erpressen versucht ("Wenn Sie mir nicht helfen können, dann gebe ich endgültig auf...") oder dass er übermäßige Erwartungen an Sie stellt bzw. Sie unter übermäßigen Zeitdruck setzt ("Kann ich davon ausgehen, dass alle meine Probleme bis nächsten Dienstag gelöst sind?"), dann suchen Sie ein klärendes Gespräch, in dem Sie den Klienten über die tatsächlichen Rahmenbedingungen einer Behandlung aufklären oder lehnen Sie die Behandlung im Zweifel ganz ab. Wenn Sie eine Anwendung durchführen möchten, bei der eine nicht allzu tiefe Hypnose erforderlich ist und der Klient dazu neigt, zu tief in Trance zu gehen, dann hilft es häufig, einfach die Lage des Klienten zu verändern. Manche Klienten gehen im Liegen schnell sehr tief in die Entspannungstrance, können aber im Sitzen oder Stehen leichter eine arbeitstaugliche Bewusstseinstrance halten. Behandeln Sie den Klienten beim nächsten mal einfach in einer etwas weniger entspannten Haltung, dann rutscht er sehr wahrscheinlich auch nicht mehr so schnell in zu tiefe Trancebereiche und seine Trancetiefe wird leichter steuerbar. Selbstverständlich! Viele Hypnotiseure sind es gewohnt, bei der Hypnose im Hintergrund eine sanfte Entspannungsmusik laufen zu lassen, um etwas Atmosphäre zu schaffen und eventuelle Störgeräusche zu dämpfen. Manche Hypnotiseure gehen aber fälschlicher Weise davon aus, dass Musik unbedingt benötigt wird, um hypnotisieren zu können. Hypnose funktioniert mit oder ohne Musik gleichermaßen. Machen Sie sich also keine Sorgen, wenn Sie einmal gerade keine Hypnose-Musik zur Hand haben - Sie können Ihren Klienten dennoch bedenkenlos behandeln. Übrigens: Falls Sie noch auf der Suche nach einer passenden professionellen Hypnose-Musik sind, werden Sie in unserem kostenlosen Download-Bereich fündig. [Mehr]
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